Dieses Projekt wird gefördert durch:

  eine Initiative der Aktion Mensch, sowie durch den

Sozialdienst katholischer Frauen Dortmund e.V. 

 


Seminarangebote für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen für Prostituierte.


4 mal soll ein ca. 5 stündiges Seminar stattfinden, bei dem verschiedene Themen vorgestellt und gemeinsam bearbeitet werden. Themen der persönlichen Reflektion und der Umgang mit aus der Tätigkeit resultierenden psychischen Belastungen werden bearbeitet. Das Angebot soll neben Wissensvermittlung und persönlicher Reflektion auch ein Forum zum Austausch der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Beratungsstellen in NRW bieten.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen für Prostituierte sollen gefördert, unterstützt und geschult werden. Bei der Arbeit mit dieser Klientel existieren nach wie vor gesellschaftliche Vorurteile und populäres Halbwissen. Die Erfahrungen und Erlebnisse bei der Arbeit in den Beratungsstellen erfordern Vorbereitung und Nachbearbeitung, um psychischen Belastungen gewappnet zu begegnen und sie individuell verarbeiten zu können. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen dürfen damit nicht allein gelassen werden. Durch die Möglichkeit der Teilnahme an diesen Schulungen sollen Interessentinnen bestärkt werden, sich auch in diesem - für die meisten Frauen unbekannten - Bereich der sozialen Arbeit zu engagieren. Ängste und Vorurteile sollen abgebaut und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen begleitet und gestärkt werden.
Eine abschließende Evaluation des Projektes und die Veröffentlichung der Ergebnisse kann ermöglichen gesammelte Erfahrungen anderen Beratungsstellen zur Verfügung zu stellen.

Die Zielgruppe der Seminare sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen für Prostituierte. Durch das Seminarangebote sollen sich Interessentinnen über diesen sehr speziellen Bereich der sozialen Arbeit informieren, sich Unterstützung holen können, Handlungskompetenzen und -alternativen entwickeln und diese bewusst in der Praxis umsetzen, Unsicherheiten und Ängste abbauen, fachlich begleitet werden, sich im gegenseitigen Austausch stützen, Anerkennung und Wertschätzung erfahren und nicht zuletzt Vorurteile abbauen.

Beginnen soll das Projekt im September 2008 mit dem Seminar "Geschichte der Sexualität: Sexuelle Normen im Wandel der Zeit, was ist eigentlich normal?".

Als weitere Themen sind angedacht:  " Geschichte der Prostitution", "Umgang mit belastenden Situationen-Psychohygiene" und „Gesprächsführung in der Beratungsstelle - Umgang mit Missverständnissen und Konfliktsituationen“
Die konkrete Umsetzung der thematischen Schwerpunkte soll gemeinsam mit den Teilnehmerinnen erarbeitet werden.

Voraussichtliche Termine:

Montag, 01.09.08 10-16:00 Uhr

Montag, 03.11.08 10-16:00 Uhr

Montag, 04.01.09 10-16:00 Uhr

Montag, 02.03.09 10-16:00 Uhr

 

Die Seminare werden in Dortmund stattfinden. Fahrtkosten können gegen Nachweis erstattet werden. Es besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Mittagessen (kostenfrei)

Prostituiertenberatungsstellen in NRW erhalten eine persönliche Einladung mit den Anmeldeformalitäten.

Wir werden an dieser Stelle weiter berichten.

 

Dieses Projekt wird gefördert durch:

www.diegesellschafter.de eine Initiative der Aktion Mensch, sowie durch den

Sozialdienst katholischer Frauen Dortmund e.V.

 

 


Bericht zum Seminar:

 

Zum Seminarangebot:

 "Sexuelle Normen im Wandel der Zeit: Geschichte der Sexualität: Was ist eigentlich normal?".

Dieses Seminar wurde im Rahmen einer Seminarreihe von KoopKoMa im Jahr 2008 mit finanzieller Förderung durch www.diegesellschafter.de entwickelt. Die Zielgruppe waren ehrenamtliche MitarbeiterInnen (Praktikantinnen) von Prostituiertenberatungsstellen in NRW. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sind nicht selten überrollt von den vielfältigen Erlebnissen und Gesprächsthemen, mit denen sie in der Beratungsstelle, insbesondere im niederschwelligen Bereich, konfrontiert werden. Es ist ein Unterschied, ob man mal im Fernsehen etwas über ein Thema gehört hat, oder ob man plötzlich mitten drin steht, in einer Welt, zu der man vorher nie einen Kontakt hatte. Diese Seminare sollen aufklären und erklären, aber vor allem Fragen aufwerfen, Zweifel wecken und Vorurteile in Frage stellen. In diesem Fall zum Thema „Sexualität“. Durch die Erkenntnis der Relativität von sexuellen Normen und Werten in Abhängigkeit von Zeit und Kultur können individuelle Normvorstellungen hinterfragt und überprüft werden.

Das Seminar kann zielgruppenspezifisch angepasst werden. Es umfasst etwa 6-8 Unterrichtseinheiten a` 45 Minuten. Empfohlen wird, es als Tagesseminar zu buchen. Das Seminar richtet sich an Erwachsene. Bei Interesse nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Folgende Themen sind möglich:

Inhalte:

 

1)     Mann oder Frau, wer weiß es genau? „Sex“ bedeutet eigentlich „Geschlecht(lichkeit)“. Themen rund um die Frage: Gibt es eigentlich nur 2 Geschlechter? Von der Kunstform Travestie bis zur Transidentität und Intersexualität.


2)     Unsere arme Sprache! Begrifflichkeiten klären. In Kleingruppen werden Begriffe rund um das Thema Sexualität gesammelt und diskutiert. Welche Worte benutzen wir in welchem sozialen Kontext? Wo fehlen uns Worte? Wie fühlen wir uns mit bestimmten Begriffen? Wie gehen wir damit um, wenn ein Gesprächspartner Begriffe verwendet, mit denen wir uns unwohl fühlen

 

3)     Erleben von Sexualität: Hetero-, Homo-, Bisexualität... Historische Betrachtungen vom Menschenaffen über das antike Griechenland und Rom bis ins Mittelalter. Wandel von Werten und Normen am Beispiel Homosexualität: Gesetzgebung Ende des 19.Jahrhunderts bis heute.


4)     Ehe, Treue, Scham. Entwicklung kultureller Konstrukte in der Geschichte. Vom Hexenhammer zum Kinsey-Report


5)     Gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt? Sexuelle Deviationen/Paraphilien (früher: „Perversionen“). Dissexualität. Erklärung einiger Begrifflichkeiten mit anschließender Diskussion: Was ist eigentlich „Normal"?

 


Was sagen Teilnehmerinnen?

 

Ich habe dieses Seminar als sehr lehrreich und interessant empfunden, insbesondere als einen guten Einstieg in mein Praktikum bei KOBER. 

Der Referentin ist es gelungen, durch ihre sehr neutrale und wissenschaftsbasierte Vortrags­weise,  kleine Geschichten und Anekdoten aus der Geschichte reflektierende Gedanken, über eigene (Norm-) vorstellungen und mögliche Vor­urteile, im Zusammenhang mit Sexualität, anzustoßen.

Spannend war für mich die kleine Gruppenarbeit und das sammeln und diskutieren von Begriffen im Zusammenhang mit Sexualität. Auf diese Weise konnten wir zum einen verschiedenste Ausdrücke, in ihrer ganzen Bandbreite zusammentragen und zum anderen diesen in der Auseinandersetzung und Diskussion einen „Anwendungs­raum“ zusprechen und ein eigenes Gefühl und Bewusstsein für sie entwickeln.

Ich kann dieses Seminar nur weiterempfehlen und bin gespannt auf die folgenden Seminare.

Anna

 

Irgendwie denkt man in der heutigen Zeit, jeder wüsste sozusagen „alles“ über das Thema Sexualität. Da war es für mich persönlich sehr erstaunlich, mit wie viel Halbwissen und unreflektierten Vorurteilen Menschen in meinem Alter (mich eingeschlossen, ich bin 25) eigentlich ausgestattet sind. Meine Überlegungen, als ehrenamtliche Kraft in einer Beratungsstelle für Prostituierte zu arbeiten, sind noch nicht abgeschlossen, aber ich fühle mich besser informiert, eine solche Entscheidung treffen zu können.

Sandra

Hallo!

Ich bin seit dem 1.September Praktikantin bei der Beratungsstelle KOBER.

Am 1. September fand auch das Seminar für Ehrenamtliche und Praktikanten statt, welches eine Bereicherung für mich war/ist. Ich habe an meinem ersten „Arbeitstag“ nicht nur die anderen Praktikantinnen kennengelernt, sondern auch die verschiedenen Formen der Sexualität, wie auch unsere/meine Norm und Werte in Bezug auf Sex. Die weiteren Seminarthemen haben mein Interesse geweckt, sodass ich sicherlich teilnehmen werde. Ich freue mich auf weitere spannenden Themen und Lerninhalte.

Ein Lob zum Abschluss an die Kommende Dortmund, die uns den Seminarraum zur Verfügung gestellt hat. Danke für Speis und Trank, bis zum nächsten Mal

                                                                                                                                  Sabrina


Die Inhalte des Seminars waren nicht völlig neu für uns, wurden aber durch kleine Geschichten, passend zum jeweiligen Thema, wieder ins Gedächtnis gerufen und gefestigt. Auch der Erfahrungsaustausch mit den PraktikantInnen der anderen Beratungsstellen war für uns sehr interessant und hilfreich im Umgang mit der Arbeit mit Prostituierten. Außerdem haben wir uns sehr gefreut, dass es überhaupt ein Angebot für PraktikanntInnen und Ehrenamtliche in diesem Bereich gibt, wodurch außerhalb der täglichen Arbeit Raum und Zeit geschaffen wurde, um den Arbeitsbereich aus verschiedenen Perspektiven der TeilnehmerInnen kennenzulernen.

                                                                                                                      Nina + Christina

 


 

Seminare für ehrenamtliche MitarbeiterInnen

Bereits zum zweiten Mal konnte im November 2008 ein Seminar für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen von Prostituiertenberatungsstellen in NRW durchgeführt werden. Diesmal wurden die TeilnehmerInnen informiert über die Geschichte der Prostitution. Gemeinsam wurden im Laufe des Tages immer wieder erstaunliche Parallelen von der Vergangenheit zu den heute aktuellen Themen und Problemen in der Prostitution entdeckt.
Neben der Wissensvermittlung und dem gemeinsamen Lernen ist ein wesentlicher Aspekt dieser Seminare die Förderung des Austausches der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen aus NRW untereinander. Die Möglichkeit hierzu wird immer wieder rege genutzt.

 

Im November 2008 informierten sich ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
über die Geschichte der Prostitution

 

 

In 2009 werden zwei weitere Seminare stattfinden:
Am 05. Januar geht es um den Umgang mit psychisch belastenden Erlebnissen und am 02. März werden diverse Methoden der professionellen Gesprächsführung thematisiert, insbesondere an praxisnahen Beispielen aus der Arbeit in der Prostituiertenberatung.

Diese Seminare werden finanziert durch den
Sozialdienst katholischer Frauen in Dortmund und www.diegesellschafter.de .



Bericht zum Seminar am 04.Januar 09

Zum dritten Seminar für ehrenamtliche MitarbeiterInnen von Prostituiertenberatungsstellen in NRW mit dem Thema: "Umgang mit psychischen Belastungen" erschienen nur 4 TeilnehmerInnen. Der plötzliche Wintereinbruch mit 20cm Schnee in Deutschland hatte nicht nur in NRW den Straßenverkehr und die öffentlichen Nahverkehrsmittel außer Gefecht gesetzt und die grassierende Grippewelle tat ihr übriges, so dass 9 angemeldete TeilnehmerInnen nicht erscheinen konnten.

Umso intensiver und persönlicher konnte die lebhafte Auseinandersetzung mit der Thematik angegangen werden. Eine bewußte Reflektion der belastenden Faktoren in der Beratungsstelle und konnte so sehr individuell gestaltet werden und verschiedene Methoden zum Umgang mit diesen Belastungsfaktoren wurden dargestellt. Alle Teilnehmerinnen sind auch trotz der Wetterumstände heil wieder zuhause angekommen. Vollkommen ruhig und entspannt eben...