Geschichte

Agnes Neuhaus, Gründerin des Sozialdienst katholischer Frauen (1854-1944)

 

Die Arbeit der Beratungsstelle KOBER steht in der Tradition der Gründungsidee des Verbandes. 1899 begann Agnes Neuhaus in Dortmund mit der Hilfe für Frauen, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt waren. Die „Fürsorge für die Verstoßenen des weiblichen Geschlechts“ hatte Agnes Neuhaus im Blick, als sie in Dortmund den „Verein zum guten Hirten“ gründete – gerade die bedrückende Situation der Mütter von „unehelichen“ Kindern sowie geschlechtskranken Frauen und Prostituierten sollte verbessert werden. Ausgehend von Dortmund setzte sich die Gründungsidee in ganz Deutschland durch. Mit dem Verständnis von Sozialarbeit wandelte sich auch der Name: 1965 wurde der Verein in „Sozialdienst katholischer Frauen“ umbenannt. Heute engagiert sich der SkF deutschlandweit in 186 Ortsverbänden mit rund 5000 beruflichen und etwa 3000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Die KOmmunikations- und BERatungsstelle KOBER (ehemals Café KOBER) ist 1986 aus dem - von Prof. Dr. F.W.Stallberg an der Universität Dortmund gegründeten - Projekt „Sozialarbeit im Prostitutionsbereich“ entstanden. Seit 1987 ist KOBER ein Fachbereich des SkF Dortmund.

Zunächst als „Cafè KOBER“ an der Leopoldstr. beheimatet, befindet sich die Beratungsstelle, mit einer Komm- und aufsuchenden Struktur, heute in entsprechenden Räumlichkeiten in der Nordstr. 50. Im Hinterhaus der Nordstraße wurde wieder ein Café eröffnet.

Mit der Verlagerung des Straßenstrichs aus der Nordstadt an die Ravensberger Str. im Jahr 2000 entwickelte sich ein Arbeitsschwerpunkt von KOBER im Bereich der Straßenprostitution.

Im Frühjahr 2001 wurde schließlich der Beratungscontainer an der Ravensberger Str. eröffnet, der neben der Beratungsstelle und dem Cafè in der Nordstraße eine weitere wichtige Anlaufstelle für Frauen war, die auf dem Straßenstrich arbeiteten.

Im KOBER-Container bestand für die anschaffenden Frauen die Möglichkeit sich über das Angebot von KOBER zu informieren, Safer-Sex-Materialien aber auch heiße oder kalte Getränke zu bekommen oder mit Kolleginnen und KOBER-Mitarbeiterinnen ein Gespräch zu führen.

Der Beratungscontainer auf der Ravensberger Str. bot den Prostituierten eine Entlastung, denn damit ist dort ein Schutzraum vor Freiern, Zuhältern, schlechtem Wetter und nicht zuletzt kalten Füßen entstanden.

Mit der Sperrbezierksverordnung und der endgültigen Schließung des Straßenstrichs im Mai 2011, verlagerten die Sexarbeiterinnen ihren Arbeitsplatz in unterschiedliche Bereiche wie Privatwohnungen, Bordelle. Dennoch gibt es bis heute einige Frauen, die ihre Dienste in den Straßen der nördlichen Innenstadt anbieten, was jedoch mit der Sperrbezirksverordnung illegal ist.

KOBER reagiert bis heute angepasst auf die Veränderungen in der Prostitution mit zeitgemäßen Angeboten. Somit wurden Basis-Kurse für Migrantinnen installiert, die ihnen die Eingewöhnung und das Leben in Deutschland erleichtern sollen. Zudem wird auch bei einem gewünschten Ausstieg Unterstützung angeboten. Neben diversen Hilfsangeboten für Sexarbeiterinnen in prekären Lebenslagen, nutzen die Frauen das Café zur regelmäßigen Kontaktaufnahme.